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Übersicht Unterrichtsmaterial Deutsch


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  Deutsch  
Lyrische Sprache und Formen

Sprache und Formen des Gedichts

1. Bildlichkeit

In Gedichten drücken sich die Autoren in der Regel bildhaft aus. Dafür verwenden sie Sprachbilder, die man als Leser deuten muss, um die Aussage beziehungsweise den Sinn eines Gedichtes zu erfassen.


Zu diesen sprachlichen Mitteln gehören unter anderem


  • Allegorie: ein abstrakter Begriff wird bildlich dargestellt
  • Personifikation: Pflanzen, Tieren o.ä. werden menschliche Züge zugeschrieben
  • Metapher: eine rhetorische Figur, bei der Wörter nicht im eigentlichen, sondern im übertragenen Sinne gebraucht werden (ohne „wie“)
  • Vergleich: Vergleich zweier unterschiedlicher Dinge mit „wie“, wodurch neuer Zusammenhang entsteht
  • Symbol: ein Zeichen fungiert als Sinnbild für einen abstrakten Sachverhalt
  • Hyperbel: Übertreibung
  • Euphemismus: mildernder Ausdruck, häufig zur Verschleierung oder Beschönigung eines negativen Sachverhaltes

Bestimme die rhetorischen Mittel!


Du kannst ihm nicht das Wasser reichen.


Sprachfigur: _______________________________________________________________________


Schwarz wie die Nacht


Sprachfigur: _______________________________________________________________________


Die Sonne lacht.


Sprachfigur: _______________________________________________________________________


Die einheimische Urbevölkerung wurde umgesiedelt.


Sprachfigur: _______________________________________________________________________


Die Wanderstrecke war unendlich lang. Wir sind todmüde.


Sprachfigur: _______________________________________________________________________


2. Wortwahl

In lyrischen Werken werden häufig Begriffe verwendet, die von der allgemeinen Sprache abweichen, wie beispielsweise


  • Dialektwörter: Jänner (Januar), Feber (Februar)
  • Begriffe aus Fachsprachen: Das Tympanum schlag ich mit großem Schall.
  • umgangssprachliche Wendungen: der ausgeflippte Have...
  • gehobene Ausdrücke und/oder veraltete Sprache: ..., was alles erblühte, verblich
  • Neologismen (Wortneuschöpfungen): ameisenemsig
  • Verkleinerungsformen: die Sternlein blinken
  • Interjektionen: Ach, wehe, jetzt merk ich` s!
  • symbolischer Sprachgebrauch: Fuchs = listig, Rose = Liebe

3. Satzbau

Der Satzbau von Gedichten weicht in der Regel von dem dramatischer oder epischer Texte ab.


Diese syntaktischen Besonderheiten sind unter anderem


  • Inversion: veränderte Wortfolge: das Satzglied, auf dem die Hauptbedeutung liegt, wird vorgezogen
  • Anakoluth: Satzbruch, veränderte Satzstruktur
  • Ellipse: Auslassen eines Satzgliedes
  • Parallelismus: gleiche Reihenfolge der Satzglieder in aufeinanderfolgenden Sätzen
  • Chiasmus: Überkreuzstellung der Satzglieder in aufeinanderfolgenden Sätzen

Bestimme die Art der syntaktischen Besonderheit der Sätze!


Heine: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.


_______________________________________________________________________________


Morgenstern: Korf erfindet eine Mittagszeitung, welche, wenn man sie gelesen hat, ist man satt.


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Brecht: Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns / Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.


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Marx: Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen.


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4. Strophe und Verse


Eine Gliederung von Versen nennt man Strophe. Häufig sind


Strophen mit drei Versen = Terzett
Strophen mit vier Versen = Quartett


Es gibt jedoch viele weitere Formen.


Ein Abschnitt ist ein Teil eines Gedichts, der nicht strophisch gegliedert ist.


Verse bestehen aus betonten und unbetonten Silben. Wir sprechen auch von Versmaß.


Jambus: unbetonte, betonte Silbe xX
Trochäus: betonte, unbetonte Silbe Xx
Daktylus: betonte, unbetonte, unbetonte Silbe Xxx
Anapäst: unbetonte, unbetonte, betonte Silbe xxX


Als Hebung bezeichnen wir die betonte Silbe im Vers.
Als Senkung bezeichnen wir die unbetonte Silbe im Vers.
Ein Auftakt ist die Senkung der ersten Silbe im Vers.
Als Enjambement bezeichnen wir einen Satz, der über das Versende hinausgeht.


Eine Zäsur ist eine Pause oder Sinngrenze im Vers. Liegt diese nach der dritten Hebung, sprechen wir vom Alexandriner.


Reime gliedern Verse und Strophen. Siehe dazu auch das Kapitel Lyrische Klangelemente.


Gedichte, die sich keiner Form anpassen, haben eine offene Form.


5. Lyrische Gattungen

Es gibt sehr unterschiedliche Formen der Lyrik. Viele denken zunächst vielleicht an die Ode oder das Sonett, aber auch der Rap oder das Volkslied werden dazugezählt. Hier einige Beispiele und ihre Merkmale:


Gattung Merkmale
Ballade Erzählgedicht: epische Erzählweise (Mischform)
enthält Dialoge
Hymne Preisgesang mit religiösem oder philosophischem Inhalt
Lied gereimtes, in Strophen gegliedertes Gedicht
eignet sich zum Singen
in volksnaher Sprache verfasst
Ode meist reimloses Gedicht
in Strophenform gegliedert
häufig in antiken Versmaßen abgefasst
Sonett 14 Verse (2 Quartette, 2 Terzette)
6- hebiger Jambus mit Zäsur in der Mitte (Alexandriner)
vor allem im Barock verwendet

6. Lösungen zu den Übungen


Metapher
Vergleich
Personifikation
Euphemismus
Hyperbel


Zu 3


Anakoluth
Ellipse
Parallelismus
Chiasmus


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