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Übersicht Unterrichtsmaterial Deutsch


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  Deutsch  
Lyrische Klangelemente

Lyrische Klangelemente

1. Klang

Die Klanggestalt eines Gedichtes wird durch die verwendeten Vokale bestimmt.


  • Dunkle Vokale o, ö, u (auch a und au)

    übermitteln zum Beispiel eine gedämpfte Stimmung


  • helle Vokale e, i, ü (auch ei)

    dagegen eine fröhliche Stimmung.


Die Stimmung, die durch die Vokalstruktur vermittelt wird, kann den Inhalt unterstreichen oder zu ihm in einem Widerspruch stehen.


Neben der Verwendung bestimmter Vokale kann der Klang von Gedichten auch von Klangfiguren geprägt werden, wie beispielsweise


  • Alliteration: gleicher Anlaut der betonten Silben bei mehreren Wörtern, manchmal als Stabreim
  • Anapher: ein Wort oder eine Wortgruppe wird am Anfang aufeinanderfolgender Verse wiederholt
  • Assonanz: Kombination von Wörtern mit gleichen Vokalen bei verschiedenen Konsonanten
  • Lautmalerei (Klangmalerei, Onomatopöie) das Wort klingt so ähnlich wie das, was es bezeichnet

Ordne den Wortgruppen und Gedichtauszügen die passenden Klangfiguren zu!


Töne- Flöhe


Klangfigur: _______________________________________________________________________


Heinrich Heine:
[…]
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!


Die alte Frau hat mich so lieb
[…]


Klangfigur: _______________________________________________________________________


Richard Wagner: Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagala weia! / Wallala weiala weia!


Klangfigur: _______________________________________________________________________


Auf dem Bauernhof konnte man nicht schlafen, weil man umgeben war von wau wau, tschiep tschiep und kikeriri.


Klangfigur: ________________________________________________________________________


  • Welche Wirkungen können mit den Klangfiguren erzielt werden?

    Alliteration: Steigerung der Eindringlichkeit
    Anapher: Verdeutlichung der Zusammengehörigkeit
    Assonanz: Gleichklang, Harmonie
    Lautmalerei: die Nachahmung natürlicher Laute soll die Echtheit unterstreichen


2. Reim

Die Reime zählen ebenfalls zu den Klangelementen der Lyrik, denn wenn ein Gedicht sich reimt, dann klingt es.


Reime strukturieren, indem sie gleichklingende Wörter verbinden.


Anfangsreim Die ersten Wörter von zwei (oder mehreren) Versen reimen sich.
Binnenreim Die Reimwörter befinden sich innerhalb der Verszeile.
Endreim Übereinstimmung der letzten betonten Silben von zwei (oder mehreren) Verszeilen
Schlagreim Binnenreim, bei dem sich aufeinanderfolgende Wörter oder Silben reimen
Mittelreim Binnenreim, bei dem sich Wörter in zwei aufeinanderfolgenden Verszeilen reimen
 

Bestimme die Reimarten!


Goethe:
O sähst du, voller Mondenschein,
Zum letzten Mal auf meine Pein […]


Reimart: ________________________________________________________________________


Harsdörffer:
[…] Ein Laub, das grünt und falbt geschwind.
Ein Staub, den leicht vertreibt der Wind. […]


Reimart: ________________________________________________________________________


Heine:
Eine starke, schwarze Barke,
segelt trauervoll dahin.


Reimart: ________________________________________________________________________


Wir ordnen Reime nicht nur nach der Stellung im Vers.


stumpfer Reim, männlicher Reim Zeilenende unbetonte Silbe
weiblicher Reim, klingender Reim erste Silbe des Endwortes betont, zweite unbetont
unreiner Reim die Laute stimmen annähernd überein
 

Beispiele:


Busch:
Es stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr.


Busch:
Womit man denn bezwecken wollte,
dass sich der Esel ärgern sollte.


Takl:
[…]
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten
[…]


3. Reimstellung und Reimschema


Wir unterscheiden zwischen mehreren Reimschemata. Hier einige Beispiele:


Paarreim aabb
Kreuzreim abab
umschließender Reim abba
Schweifreim aabccb
Haufenreim aaaa bbbb
Kehrreim Wiederholung einer oder mehrerer Verse (Refrain)
Waise eine Verszeile, die sich mit keiner anderen reimt

Bestimme das Reimschema der Gedichtauszüge!


Morgenstern:
Palmström, etwas schon an Jahren,
Wird an einer Straßenbeuge
Und von einem Kraftfahrzeuge
Überfahren.


Reimschema: _______________________________________________________________


Meyer:
Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund


Reimschema: _______________________________________________________________


Busch:
Im Apfelbaume pfeift der Fink
Sein: pinkepink!
Ein Laubfrosch klettert mühsam nach
Bis auf des Baumes Blätterdach


Reimschema: _______________________________________________________________


Achte auf Klang und Reime in Georg Takls Gedicht! Welche Stimmung weckt es?


Der Herbst des Einsamen


Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle.
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallner Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.


Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Geberde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.


Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.


4. Lösungen zu den Übungen

Assonanz
Anapher
Alliteration
Onomatopöie


Zu 2
Endreim
Anfangsreim und Endreim
Binnenreim/Schlagreim


Zu 3
umschließender Reim
Kreuzreim
Paarreim


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