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  Deutsch  
Literatur des Expressionismus

Literatur des Expressionismus

1. Definition und Grundidee

Die literarische Epoche des Expressionismus umfasst in etwa die Jahre von 1905 bis 1925. Wir können den Expressionismus in drei Abschnitte einteilen:


1905-1914 Frühexpressionismus
1914-1918 Kriegsexpressionismus
1918-1925 Spätexpressionismus

Der expressionistische Einfluss in Deutschland war tiefgreifend. Viele Werke, die nach 1925 entstanden sind, zeigen expressionistische Tendenzen.


Die Expressionisten waren beeinflusst von Freuds Psychoanalyse, Darwinismus und dem Kulturpessimismus Nietzsches. Der größte Einfluss war jedoch der Erste Weltkrieg. Die Expressionisten verband ein Wir-Gefühl und ein antinationalistisches Denken. Mit Einsetzen des Krieges wurde die Literatur zunehmend pazifistisch.


  • Was ist der Unterschied zum Naturalismus?

    Wie Symbolismus, Fauvismus oder Impressionismus grenzte sich der Expressionismus von naturalistischen Darstellungsweisen ab. Den Expressionisten ging es um Ausdruck und Ästhetik. Sie teilten mit den Naturalisten das Bewusstsein der Verlorenheit des Menschen, seine Entfremdung. Sie wollten allerdings kein akribisches Bild der Realität entwerfen, sondern die Innenwelt ausdrücken.


    Es herrschte Aufbruchsstimmung neben Weltuntergangsvisionen. Das Leben war geprägt von Angst und Banalität. Themen waren der Ich-Zerfall des Individuums in der Großstadt, Wandel, Aufbruch, das Hässliche und Schreckliche, Verfall und Tod. Der Mensch verlor seine Orientierung und wurde von den Ereignissen überrollt.


2. Textformen und Gattungen

Die Expressionisten wollten das Wesen der Dinge erkunden. Sie experimentierten mit Sprache und Form – Simultaneität, Collage, Sprachfetzen, Gefühlsintensität, Vielschichtigkeit.


Die traditionellen Formen des Dramas wurden aufgebrochen. Die Handlung verläuft nicht linear, sondern setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Wir sprechen auch von Stationendrama.


In der Lyrik wurde mit traditionellen Formen gebrochen, gleichzeitig gab es auch traditionelle Lyrik. Viele expressionistische Gedichte sind reich an Farbsymbolik und Metaphern. Jokob van Hoddis Gedicht drückt szenenhaft die Stimmung der Zeit aus:


Weltende


Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei.
Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.


Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.


3. Werke und Autoren

  • Alfred Döblin (1878-1957) Die Ermordung einer Butterblume
  • Jakob van Hoddis (1887-1942) Weltende
  • Else Lasker-Schüler (1869-1945) Gesammelte Gedichte
  • Gottfried Benn (1886-1956) Morgue
  • Georg Trakl (1887-1914) Sebastian im Traum
  • Ernst Toller (1893-1939) Die Maschinenstürmer

Die Einordnung folgender Autoren ist umstritten:


  • Franz Kafka (1883-1924) Die Verwandlung
  • Heinrich Mann (1871-1950) Der Untertan
  • Berthold Brecht (1898-1956) Baal

4. Steckbrief Expressionismus


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