•  
  • Flexible Terminabsprache
  • Keine Vertragsbindung
  • IT_Zert ISO 9001:2008
  •   
  • Kontakt





Übersicht Unterrichtsmaterial Deutsch


  Fach Klasse :   6 7 8 9 10 11 12 13
  Deutsch  
Literatur des Barock

Literatur des Barock

1. Definition und Grundgedanke

Die Stilepoche, die auf die Renaissance folgte, bezeichnen wir als Barock. Sie umfasst etwa die Jahre 1575 bis 1770. Wir unterscheiden drei Epochen:


Frühbarock 1600-1650
Hochbarock 1650-1720
Spätbarock (Rokoko) 1720-1770

Durch den Dreißigjährigen Krieg verfiel das Deutsche Reich und ein Drittel der deutschen Bevölkerung verlor ihr Leben. Diese Zeit war geprägt durch Todesangst, das Gefühl der Vergänglichkeit und andererseits einer leidenschaftlichen Lebenslust. Die römisch-katholische Kirche und der Adel gewannen an Einfluss. Im Gegensatz dazu stand das Bürgertum der Städte.


Die Barockkunst war absolutistisch geprägt und richtete sich gegen die Reformbewegung in Europa. Ausdruck und Formsprache war häufig schwülstig und übersteigert.


  • Diese Gegensätzlichkeit führte zu gegensätzlichen Motiven in der Barockliteratur.

    Jenseits – Diesseits
    Zeit – Ewigkeit
    Verfall – Blüte
    Armut – Wohlstand
    Sein - Schein


2. Textformen und Gattungen

Häufige literarische Formen waren das Sonnet, das Epigramm, das Emblem, das Jesuitendrama, Schäferliteratur und natürlich Kirchenlieder.


  • Wir können den barocken Roman in drei Formen einteilen.

    höfisch- galanter Roman Liebesgeschichten fürstlicher Familien und Persönlichkeiten
    Schäferroman Flucht aus der sozialen Realität: Darstellung einer Natur, in der alles gut und schön ist: Idealisierung des Hirtenlebens
    Schelmenroman Ein gesellschaftlicher Außenseiter beschreibt satirisch- kritisch- unterhaltsam den Zustand der Gesellschaft und deren Herrschaftsstrukturen

  • Das barocke Drama kann in drei Kategorien eingeteilt werden.

    Tragödie Helden sterben durch ihre Gewissenstreue den Märtyrertod
    Lustspiel Der Gegensatz von Schein und Sein wird in grotesker Übertreibung dargestellt
    Jesuitendrama Politisch- religiöse Propaganda

Das Sonett und das Epigramm waren typische barocke Gedichtformen.


  • Welche Merkmale charakterisieren ein Sonett?

    Sonette sind Kling-Gedichte, die immer aus 14 Verszeilen bestehen, die sich in zwei Quartette und zwei Terzette einteilen lassen. Als Metrum dient der sogenannte Alexandriner, ein sechshebiger Vers mit Zäsur in der Mitte.


  • Welche Merkmale charakterisieren das Epigramm?

    Zu den charakteristischen Eigenschaften eines Epigramms gehören Kürze und Scharfsinnigkeit. Es wurde in Versform geschrieben und war meist humorvoll. Viele Epigramme thematisierten Sitten- und Verhaltensregeln, behandelten jedoch auch politische Themen in satirischer Form.


    Abschließend sei ebenfalls noch das Emblem erwähnt. Hierbei handelt es sich um eine dreiteilige Form, bestehend aus einer Überschrift/Motto, einem Bild und einer Bildunterschrift, häufig in Versform. Diese Bild-Text-Komplexe waren allegorisch und behandelten mythologische, historische oder moralische Themen. Sie wurden oft als Emblem-Sammlungen veröffentlicht.


3. Literatur und Lebensgefühl

In der Lyrik des Barock ging es nicht darum, dass der Dichter originell war und sein individuelles Lebensgefühl ausdrückte, sondern einzig darum, die Grundprinzipien der barocken Welt zu illustrieren.


In dem Gedicht Die Welt von Christian Hofmann von Hofmannswaldau wird das zerrissene Lebensgefühl des Barock deutlich.


Was ist die Welt und ihr berühmtes Glänzen?
Was ist die Welt und ihre ganze Pracht?
Ein schnöder Schein in kurzgefassten Grenzen
Ein schneller Blitz bei schwarzgewölkter Nacht.


Ein buntes Feld da Kummerdisteln grünen;
Ein schön Spital so voller Krankheit steckt.
Ein Sklavenhaus da alle Menschen dienen
Ein faules Grab so Alabaster deckt.


Ein weiteres Gedicht, welches das Lebensgefühl des Barock demonstriert, ist Es ist alles eitel von Andreas Gryphius.


Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:


Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.


Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,


Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!


4. Werke und Autoren

  • Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676) Der teutsche Bauer
  • Andreas Gryphius (1616-1664) Sonn- und Feiertagssonette
  • Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616-1679) Der Getreue Schäffer
  • Martin Opitz (1597-1639) Buch von der Deutschen Poeterey

5. Steckbrief Barock

Zeitraum:
Kerngedanke:
Grundgegensätze:
Textformen:
Autoren:
Werke:
Impressum  |   Partner  |   Presse  |   Studentenjobs |   Weiterbildung |   Stellenangebote   |
Copyright © 2000-2014 KeepSchool