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Äußere Faktoren, die die Motivation stören können


Zusätzlich zu einer fachlich kompetenten Lehrperson ist für den Erfolg eines Nachhilfeunterrichtes auch das dabei gewählte Vorgehen entscheidend. Eine strukturierte Abfolge von Lernschritten hilft dem Schüler dabei sich auf die unterschiedlichen Anforderungen einzustellen und sich entsprechend vorzubereiten. Anfangs können die zu bearbeitenden Bereiche zu Beginn der Stunde genannt werden. Nach einiger Zeit sollte der Ablauf klar und die „Tagesordnungspunkte“ damit ohne große Widerstände oder Überraschungen durchführbar sein.

Doch auch für den Nachhilfelehrer birgt eine durchdachte Unterrichtsplanung mehrere Vorteile. Beispielsweise können feste Zeitfenster für die einzelnen Lernschritte festgesetzt werden (zum Beispiel Hausaufgaben durchgehen: 30 Minuten, Vokabeln abfragen: 15 Minuten, neue Grammatik klären: 30 Minuten, …), damit die Stunde nicht plötzlich um ist bevor die wichtigsten Themen angesprochen werden konnten. Darüber hinaus bietet eine individuelle Unterrichtsplanung beste Erfolgsaussichten!

Vor Unterrichtsbeginn überlegen

  • Was wurde in der letzten Nachhilfestunde bearbeitet?
  • Gibt es Materialien die für die nächste Nachhilfesitzung hilfreich wären?
  • Welche Motivation bringt der Schüler für die derzeitigen Themen mit? Mit Hilfe welcher Unterrichtsmethoden könnte man den Stoff für den Schüler ansprechender gestalten?
  • Was soll in der heutigen Stunde gelernt werden (Unterrichtsziele)?
  • Mit welchen anderen Themen ist der neue Stoff verknüpft?
  • Warum ist der zu lernende Stoff wichtig? Zum aktuellen Zeitpunkt? Langfristig?
  • Hinterfragen, ob die vorgesehene Unterrichtsmethode zur Erreichung dieser Ziele führt.
  • Gibt es Punkte des zu erwartenden Stoffes, bei denen ich mir selbst nicht sicher bin? Wie kann ich mich kurzfristig noch vorbereiten?

Zu Beginn des Unterrichts

  • Hat der Schüler die Inhalte der letzten Nachhilfestunde noch parat? Kurze Wiederholung um dies abzutesten.
  • Wie hat sich der Kenntnisstand des Schülers seit der letzten Nachhilfestunde verändert? Welche Elemente wurden vergessen und wenn möglich, warum? Was wurde inzwischen Neues im Schulunterricht durchgenommen?
  • Dem Schüler die wichtigsten Punkte des heutigen Unterrichts vorstellen (sozusagen die „Tagesordnungspunkte“). Erst alle Punkte kurz aufzählen, erst danach detaillierter auf die einzelnen Punkte eingehen. Neuen Stoff in mehrere Teilaspekte aufschlüsseln, deren Zusammenhang aber klarstellen.
  • Vorkenntnisse des Schülers zum neuen Stoff abfragen, den Schüler auf die Thematik einstellen.
  • Interesse wecken, zum Beispiel durch konkretes Anschauungsmaterial, Text / Literatur, Bilder, Filmausschnitt, Schüler etwas ausprobieren lassen, Vergleiche, Transfer.

Während des Unterrichts


Konventionelle Arbeitsweise: Man vermittelt den Stoff vom Einfachen zum Komplizierten
… vom Bekannten zum Unbekannten,
… vom Realen zum Abstrakten,
… vom Lokalen zum Globalen.

Dabei ist es äußerst ratsam den Schüler an der Lösungsfindung soweit als möglich zu beteiligen!

Während der Lernprozesse sollte der Schüler zudem ermutigt werden über seine eigenen Lernstrukturen nachzudenken und sich bewusst zu werden, wie er persönlich am effizientesten lernt. Der Nachhilfelehrer, der die Lernweise des Schülers ja kontinuierlich beobachtet, sollte dem Schüler bei dieser Reflexion durch Rückmeldung Hilfestellung leisten. Selbstverständlich darf er auch Anregungen geben was der Schüler noch ausprobieren könnte um seine individuellen Lerntechniken zu verbessern.

Tipps
  • In sich abgeschlossene Unterrichtseinheiten kurz zusammenfassen, Teilergebnisse (schriftlich) sichern.
  • Abwechselnd mündliche und schriftliche Hausaufgaben bearbeiten.

Zum Ende der Nachhilfe

  • Gelerntes gemeinsam mit dem Schüler formulieren oder alleine vom Schüler zusammenfassen lassen.
  • Lernfortschritt überprüfen und mit den angestrebten Zielen abgleichen.
  • Nicht bearbeitete und unsichere Punkte notieren und in der nächsten Stunde wieder aufgreifen.
  • Falls man eine Hausaufgabe stellt, was verfolgt man damit? Soll der Schüler bestimmte Teilaspekte wiederholen um Gelerntes zu sichern oder soll er eigenständig versuchen weiterzudenken? Geht es darum, dass er sich alleine mit dem in der nächsten Stunde folgenden Stoff auseinandersetzt?

Diese Vorschläge sind natürlich beliebig erweiterbar. Wichtig ist dabei nur eine gewohnte Abfolge von verschiedenen Arbeitsschritten. Eine strukturierte Nachhilfe (erst Wiederholung, dann neuer Stoff, dann Zusammenfassung, o. ä.) gibt Schülern ein gutes Beispiel, wie sie auch ihre eigenen Lerneinheiten organisieren können. Der Mehrheit der Schüler tut es gut beim Lernen nach einem geregelten Ablaufplan vorzugehen. Sicherlich gibt es aber Schüler, die ein sich wiederholendes, gleiches Vorgehen als langweilig empfinden. Die richtige Unterrichtsplanung muss deswegen immer auch von der Persönlichkeit des Schülers abhängig gemacht werden.

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