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Alternative Schulformen - Waldorfpädagogik
 
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Alternative Schulformen - Waldorfpädagogik


(die entsprechenden Schulen heißen auch Rudolf Steiner Schulen, englisch: Waldorf School, Steiner School, französisch: Ècole Waldorf, niederländisch Vriieschool)

Verbreitung

Im Jahr 2007 gab es in Deutschland 206 Waldorfschulen mit etwa 80.000 Schülern, die meisten in Baden-Würtemberg und in NRW. Dazu kommen 460 weitere in Europa, sowie 2.000 Kindergärten und Fördereinrichtungen.

Ideologie

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfschule und Entwickler der Anthroposophie, wurde am 27. Februar 1861 in Österreich (im heutigen Kroatien) geboren und stirbt im Frühjahr 1925. Aus einfachen Verhältnissen stammend, nimmt er in Wien ein Studium der Naturwissenschaften auf, mit dem Ziel Realschullehrer zu werden. Darüber hinaus widmet er sich auch der Philosophie, Geschichte und Literatur. Steiner wird kurz darauf zum Herausgeber Goethes Naturwissenschaftlicher Schriften berufen und versteht diese Schriften bald als Grundlage seiner zukünftigen Forschung. Kurz darauf schreibt er in Wien als Redakteur bei der „Deutschen Wochenschrift“ zahlreiche Beiträge zu politischen Ereignissen, arbeitet aber auch über Jahre als Erzieher und Hauslehrer.1892 promoviert Rudolf Steiner mit einer philosophischen Arbeit und veröffentlicht im folgenden Jahr eines seiner bedeutendsten Werke „Die Philosophie der Freiheit“, einer Bekenntnis zum Individualismus und Monismus. Seine Habilitation im Jahre 1894 scheitert allerdings, die „Philosophie der Freiheit“ wird von einem ihm vertrauten Philosophen regelrecht zerrissen.

Von 1899 bis 1904 unterrichtet er Geschichte, Literatur, Naturwissenschaften und Redeübungen an der von Wilhelm Liebknecht gegründeten Arbeiterbildungsschule und zwei Jahre lang an der Freien Hochschule von Bruno Wille und Wilhelm Bölsche. In der Zwischenzeit wird Steiner Mitglied und schließlich Generalsekretär der Deutschen theosophischen Gesellschaft. Nach seiner Trennung von der theosophischen Gesellschaft, gründet Rudolf Steiner die „Anthroposophische Gesellschaft“ und hält in mehreren Ländern vielerlei Vorträge – unter anderem zu den Themen Reinkarnation und Karma, Evangelien, Leben zwischen Tod und neuer Geburt, Mysterien-Geschichte, Sinneslehre und Evolutionsgeschichte. 1907 verfasst Steiner einen Aufsatz zur Kindererziehung, der aber vorerst kaum beachtet wird. In seinen Ausführungen zur „sozialen Frage“ entwirft Steiner die Dreigliederung des sozialen Organismus in freies Geistesleben, demokratisches Rechtsleben und assoziatives Wirtschaftsleben. Er führt Gespräche mit Vertretern der Arbeiterschaft, wie auch mit Industriellen und engagiert sich für Betriebsräte. Steiner entwickelte zusammen mit Marie von Sivers die Eurythmie als Bewegungsund schließlich Bühnenkunst. Seine Ideen zu einer biologisch-dynamischen Landwirtschaft und zur anthroposophischen Medizin finden auch heute noch Beachtung, seine esoterisch-okkulten Ansätze werden jedoch häufig kritisiert.

Im Herbst 1919 wird in Stuttgart die Freie Waldorfschule mit der Schirmherrschaft des Direktors der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik eröffnet. Diese Schule soll gleichzeitig als Volks- und Höhere Schule dienen und in erster Linie die Kinder der Fabrikarbeiter betreuen. In dieser ersten Gesamtschule Deutschlands wurden die Kinder bereits koedukativ, das heißt Mädchen und Jungen in einer Klasse, geschult. Unabhängig von sozialer Herkunft sollen durch die Waldorfschulen alle Schüler die gleiche Bildung genießen, wobei statt Auslese die individuelle Förderung der Kinder betont wird. Die Schüler durchlaufen unabhängig vom angestrebten staatlichen Abschluss zwölf Schuljahre. Dabei gibt es kein „Sitzenbleiben“, um die soziale Einheit des Klassenverbundes nicht zu zerstören. Während die Schwerpunkte des Lehrplanes in den ersten Schuljahren vorwiegend auf der kreativen und künstlerisch-handwerklichen Förderung der
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