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Alternative Schulformen - MontessoripädagogikVerbreitung In Deutschland gibt es ca. 1000 Montessori-Einrichtungen für Kinder aller Altersstufen, davon ca. 600 Kindertagesstätten, 300 Schulen der Primar- und 100 Schulen der Sekundarstufe. An staatlichen Schulen gibt es häufig nur Zweige, die nach der Montessori-Methode arbeiten. Obwohl Montessorischulen in allen Bundesländern vertreten sind, gibt es auffällig viele Einrichtungen in Bayern und Berlin, dafür weniger im Norden Deutschlands. Ideologie Ende des 19. Jahrhunderts absolvierte Maria Montessori ihr Medizinstudium (samt Promotion) und arbeitete am Universitätsklinikum in Rom in der Abteilung für Kinderpsychiatrie. Dort beschäftigte sie sich vorwiegend mit der Betreuung und Erziehung geistig behinderter Kinder. Auf Basis neuropsychiatrischer Grundlagen betrachtete Maria Montessori die Behandlung behinderter Kinder hauptsächlich als pädagogische statt als medizinische Aufgabe und forderte deswegen spezielle Schulen für behinderte Kinder. Während ihrer Leitung eines heilpädagogischen Instituts entwarf sie Materialien zur Didaktik im Sprach- und Mathematikunterricht. In Ihren Forschungen steht die „Polarisation der Aufmerksamkeit“ im Vordergrund für selbstständiges Lernen. Der gesamte Unterricht wird individuell auf das einzelne Kind abgestimmt. Jedes Kind soll befähigt werden weitgehend lehrerunabhängig lernen zu können. Die Kinder sollen sich den zu lernenden Stoff prinzipiell in freier (Methoden-) Wahl und je nach eigenem Zeitbedarf aneignen, wobei durch Übersichtsschemata festgehalten werden kann, welcher Stoff in welchem Zeitrahmen erarbeitet werden soll. Die Montessori-Lehrkraft steht dabei in der Pflicht die Kinder mit Aufgaben zu konfrontieren, die ihrem Entwicklungsstand und den individuellen Begabungen entsprechen. Hierfür muss jedes Kind genau beobachtet werden. Die Themen, die der Schüler ausgespart oder nicht ausreichend verinnerlicht hat, müssen von der Lehrkraft wiederholt beziehungsweise in neuen Übungen nochmals präsentiert werden. Für dieses Vorgehen ist es essentiell, die Lerninhalte mittels einer geeigneten und das entsprechende Kind fördernden Didaktik zu vermitteln. An Montessori-Schulen lernen die Schulkinder nicht in festen Alters- und Leistungsniveau abhängigen Klassenverbänden, sondern sollen sich durch schnellere oder bessere Schüler gegenseitig motivieren. Ein vom Lehrer entwickelter Leistungsdruck ist nach diesem Konzept nicht mehr notwendig. Montessoris pädagogische Methode ist heute weltweit geachtet und überwiegend anerkannt. Zeugnisse Bis zum Ende der vierten Klasse werden die Schüler durch ausformulierte Bewertungen der Lehrkräfte beurteilt, in höheren Jahrgangsstufen folgen Noten. Abschlüsse Bezüglich der Schultypen sind circa 40 % Gymnasien, 25 % Gesamtschulen, 20 % Hauptschulen und 15 % Realschulen. Unterrichtsfächer Es werden verschiede Unterrichtsformen angewandt: Gruppenarbeit, Projektarbeit, fächerunabhängige Freiarbeit oder (meist) fachgebundener Unterricht im Verbund. Im Fachunterricht werden Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Englisch, Musik, Kunst, Sport und Religion behandelt. Mit Lesen und Schreiben wird bereits in Montessorikindergärten begonnen. Schwierigkeiten Der Begriff „Montessori-Einrichtung“ ist nicht geschützt und könnte daher auch von Institutionen verwendet werden, deren Prinzipien nicht den Montessori-Methoden Rechnung tragen. Obwohl die Lehrkräfte Zusatzausbildungen (zweijähriges Montessori-Diplom) oder Montessori- Zertifikatskurse absolvieren müssen, wird ihnen abverlangt, besonders während der Freiarbeit außergewöhnlich hohe Ansprüche zu erfüllen. Durch die Verpflichtung, alle Schüler genau zu beobachten, ihren derzeitigen Lernstand zu ermitteln und durch entsprechen |


