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Praxishandbuch
Ursachen für die Anspannung
 
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Ursachen für die Anspannung


Was macht aber einen Vortrag vor einer großen Gruppe so schwer? Unsere Konversationen finden im Alltag zum Großteil in „eins-zu-eins Situationen“ statt, das Sprechen vor einer größeren Gruppe ist deswegen für uns alle erst einmal ungewohnt. Sicherlich gibt es Menschen, denen es leicht fällt vor Publikum zu referieren. Die meisten müssen aber etwas üben, um (sich) selbstbewusst präsentieren zu können. Fest steht aber, dass mit etwas Training und guter Vorbereitung jeder lernen kann gut vor einer Gruppe zu reden!

Auch wenn die ersten ein, zwei, drei Referate noch kaum zu bewältigen sind, sollte man nicht aufgeben. Aller Anfang ist nun mal schwer. Je öfter man sich jedoch traut, seine Meinung vor einer größeren Gruppe kundzutun, desto natürlicher wird diese Situation empfunden und desto sicherer wird man. Damit ist nicht gemeint, dass sich die Sprechfähigkeit verbessert wenn man einmal im Jahr ein Referat hält, sich ansonsten aber im Unterricht nichts zu sagen traut.

Viel effektiver ist es, sich in kurzen Abständen vor unbekanntem (oder sogar unangenehmem) Publikum zu Wort zu melden. Hat man erst das Gefühl entwickelt, auch beim Sprechen vor einer Menschenmenge nichts befürchten zu müssen, verliert die vorher so unangenehme oder gar beängstigende Situation bald ihren Schrecken.

Ursache ist oft die Angst sich vor versammelter Mannschaft zu blamieren oder eine Antwort schuldig bleiben zu müssen. Das passiert aber tagtäglich auch professionellen Rednern wie etwa Lehrpersonal oder gar Politikern. Die Kunst liegt lediglich darin, bei unangenehmen Fragen ruhig zu bleiben und seine Aufmerksamkeit (statt auf seine Nervosität) lieber auf den Ausweg aus der prekären Situation zu richten. Wenn einem gar keine Antwort einfällt, kann man versuchen von der gestellten Frage abzulenken und auf einen Themenbereich einzugehen, in dem man sich besser auskennt. „Das ist eine Fragestellung dieses Themas, eine andere wäre …!“ Je nachdem wie sicher man sich seiner Überzeugungsfähigkeit ist, kann man Fragen, auf die man keine Antwort weiß, auch einfach als nicht relevant etikettieren „Diesen Aspekt finde ich persönlich jetzt nicht so entscheidend, viel wichtiger ist es…“.

Außerdem kann man unangenehme Fragen einfach an die Zuhörerschaft zu richten „Das ist eine sehr interessante Frage, vielleicht kann diese ja sogar jemand in der Klasse beantworten?“ oder Gegenfragen zu stellen „Das habe ich mir auch schon überlegt, wie sehen Sie das denn?“

Falls das alles nichts bringt, hat man zumindest schon etwas Zeit zum Nachdenken gewonnen.

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