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Praxishandbuch
Intrinsische und extrinsische Motivation
 
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Intrinsische und extrinsische Motivation


Viele Eltern versuchen Ihre Kinder vorwiegend mit materiellen Anreizen wie Geld oder teure Spielsachen zum Lernen zu bewegen. Bis zu einem gewissen Grad sind solche Motivationshilfen sicherlich effektiv, langfristig gesehen reicht diese Art des Antriebs aber nicht aus. Oft werden Hausaufgaben nur so knapp wie möglich und halbherzig erledigt, eigene Fragen zum Stoff werden kaum formuliert. Leider führt diese Arbeitsweise nicht zum Erfolg, höchstens zu mittelmäßigen Leistungen. Erst wenn der Schüler selbst begreift, wofür er seine Hausaufgaben macht und warum Schule und Lernen für ihn wichtig ist, werden die ernst gemeinten Bemühungen wirklich erfolgreich sein.

In der Fachliteratur findet sich die Unterscheidung zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. Extrinsische Motivation wird dabei durch äußere Faktoren bedingt, wie etwa (materielle) Geschenke, Bestrafungen oder Druck von außen, sei es durch Mitschüler oder die Eltern.

Intrinsische Motivation entsteht hingegen im Schüler selbst. So liegt entweder ein generelles Interesse an den zu lernenden Inhalten vor, oder der Schüler hat verstanden, dass die zu lernenden Inhalte für ihn wichtig sind und setzt sich deswegen damit auseinander. Beispielsweise möchte er sich in Erdkunde auskennen und findet deshalb auch die Beschäftigung mit entsprechenden Themen interessant.

Neugier treibt einen dazu, bestimmte Dinge zu erkunden, genauso wie man unvollständiges Wissen gerne ergänzen möchte. Somit sind Handlungen, die aus intrinsischer Motivation resultieren, mit einem guten Gefühl verbunden. Unter anderen mit diesen positiven Emotionen hängt es auch zusammen, dass Schulstoff, den man sich aus einer intrinsischen Motivation heraus angeeignet hat, länger und effektiver behalten wird. Extrinsisch motiviertes Lernen fällt also nicht nur schwerer, sondern führt auch zu oberflächlicherem Wissen, das nach kurzer Zeit wieder vergessen wird.

Es ist also keinesfalls egal, wie und warum sich der Schüler Wissen aneignet. Nur wenn der Schüler verstanden hat, dass die zu erarbeitenden Kenntnisse für seine eigenen Ziele bedeutsam sind, führt Lernen und Nachhilfe zu dauerhaft guten Leistungen.

Tipps
  • Eltern empfehlen nicht Lernmaterialien statt Spielzeug zu verschenken, sonst ist die Belohnung schließlich keine Belohnung mehr. Schenkt man Lernhilfen, Bücher, etc. sollte man direkt darauf hinweisen, dass das eine Aufmerksamkeit zusätzlich zu den Wünschen des Kindes ist.
  • Unregelmäßige, angemessene Belohnungen sind am besten: Eine gute Leistung mit einem riesigen Geschenk zu belohnen ist unvorteilhaft. Das Kind wird beim nächsten guten Ergebnis eine ähnliche (materielle) Anerkennung erwarten und enttäuscht sein, wenn diese ausbleibt. Außerdem dürfen Belohnungen nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Deswegen ist es besser auf gute Ergebnisse immer wieder einmal mit kleineren Belohnungen zu reagieren. Lieber gezielt außergewöhnliche Leistungen hervorheben oder zur Ermutigung angemessene Anreize bieten, als jede gute Note zu belohnen.
  • Bei Tätigkeiten, die ein Kind von sich aus gerne ausführt, sollten Belohnungen sparsam dosiert werden: Eine anfangs aus eigenem Antrieb motivierte Handlung kann
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